Osteopathie und Erstverschlimmerung: Eine häufige Frage

Als Osteopath werde ich häufig von künftigen Patientinnen und Patienten gefragt, ob nach der Osteopathie eine Erstverschlimmerung zu erwarten ist. Pauschal lässt sich diese Fragte nicht beantworten. Es hilft, zunächst einen Blick auf das Wesen der Behandlung zu werfen: Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die den Körper in seiner Gesamtheit beurteilt. Osteopathen untersuchen hierbei den Körper des Patienten auf Gewebespannungen, Blockierungen, Bewegungseinschränkungen, Verklebungen sowie vom Blutgefäß- und Nervensystem ausgehende Über- beziehungsweise Minderversorgungen.
Da im Körper alle Strukturen über die Faszien, Muskelketten, Gelenke, Blutgefäße und die Nerven miteinander korrelieren und in Verbindung stehen, wird bei den Behandlungen nach den Ursachen sowie den zugrundliegenden Spannungseinflüssen gefahndet.

Das Ziel einer osteopathischen Behandlung besteht darin, die Problematiken des Körpers exakt zu interpretieren, die Ursachen zu erfassen und zu therapieren und damit dem Organismus „Lösungsvorschläge“ aufzuzeigen, um die Funktionalität des Körpers zu optimieren sowie einen Regulierungsprozess in Richtung Gesundheit einzuleiten.

Häufig erfragen Patienten, die noch nicht mit der Osteopathie und ihrer Wirkung vertraut sind, was sie bei der Behandlung zu erwarten hätten und ob es mögliche Nebenwirkungen in Form einer Erstverschlimmerung gibt.
Diese Frage nach der obligatorischen Erstverschlimmerung lässt sich mitunter nicht pauschal beantworten. Die Osteopathie vermittelt dem Körper als Behandlungsmethode sanfte Optimierungseinflüsse. Demnach werden gezielte Techniken an die Anforderungen des Patienten ausgewählt, die die Funktionalität fördern sollen. Bei markanteren Gewebespannungen wird in manchen Fällen auf direktere Maßnahmen zurückgegriffen.

Erstverschlimmerung oder Behandlungsresultat: Wirksamkeit einer osteopathischen Behandlung

Infolge dieser beschriebenen Vorgehensweise ist in den meisten Fällen mit Verbesserungen der Symptome sowie einer Entlastung nach den Behandlungen zu rechnen. Jedoch werden die Wirkungen der Osteopathie nicht nur während der Behandlungen entfaltet. Während bei einer osteopathischen Therapie an den Ursachen der Beschwerden angesetzt wird und damit weitreichende Veränderungen an der Statik und innerhalb des Organismus herbeigeführt werden, so muss der Körper im Nachgang einer Behandlung allerdings die Hauptarbeit verrichten: Die herbeigeführten Impulse müssen nun vom Körper aufgenommen, verarbeitet und übernommen werden. Diese Prozesse, die zum Teil unbewusst stattfinden, sind stets mit Arbeit und Energie des Körpers verbunden. Je nachdem, welche Voraussetzungen der Patient oder die Patientin mitbringt, kann dies gerade am Anfang der Behandlung als „Erstverschlimmerung“ wahrgenommen werden.

Mögliche Begleiterscheinungen einer Osteopathie-Behandlung

Bei tiefergreifenden Einflüssen während der Behandlungen können folgende, kurzfristige Nebenwirkungen und Reaktionen auftreten:

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Muskelkater

Warum kommt es in manchen Fällen zu einer Erstverschlimmerung nach einer Behandlung?

Ähnlich wie jeder Körper unterschiedlich funktioniert und Symptomen unterschiedliche Ursachen und Kompensationsmechanismen vorausgehen, erfährt natürlich auch jeder Patient eine individuelle Behandlung. Und ebenso individuell reagiert auch jeder Körper unterschiedlich auf eine Therapie. In manchen Fällen sind bestimmte Beschwerden als Muster lange vorliegend, die besonders tiefliegende Einflüsse auf den Organismus haben und zudem vielen verschiedenen Spannungseinflüssen unterworfen sind.

Mittels einer osteopathischen Behandlung sollen die Ursachen der Beschwerden ermittelt und aufgelöst werden. Demzufolge wird an der „Wurzel“ der Problematik angesetzt. Eine Erstverschlimmerung lässt sich zum einen damit begründen, dass ein „Reiz“ auf einen „Reiz“ gesetzt wurde. Zum anderen ist der Körper nach dem längeren Vorliegen der Symptome noch nicht in der Lage, die getätigten Impulse umzusetzen. Der Körper agiert vorübergehend destabilisiert und ist noch auf der Suche nach dem Gleichgewicht sowie der Balance innerhalb der Statik. Dieses kurzfristige Phänomen der Erstverschlimmerung ist somit eine natürliche Reaktion des Körpers und kann in der Regel über wenige Tage hinweg auftreten.

Was muss nach einer Osteopathie-Behandlung beachtet werden?

Der Körper befindet sich nach der osteopathischen Behandlung in einem Regulierungsprozess. Wie können Sie als Patient oder als Patientin nun unterstützend mitwirken? – Um bestmöglich zu unterstützen sollten Sie starke Belastungen kurzzeitig vermeiden. Versuchen Sie viel Flüssigkeit zu trinken, denn die Behandlungen haben biochemische Einflüsse auf den Organismus. Körperliche Abbauprodukte werden auf diese Weise effektiver entsorgt. Geben Sie Ihrem Körper Mobilität, um die Beweglichkeit der einzelnen Körperregionen zu unterstützen. Die Regulationsprozesse des Körpers sind mit Arbeit verbunden – gönnen Sie sich hierfür die nötige Ruhe.

Um mehr zum Thema Osteopathie zu erfahren, lesen Sie sich gern den Blogbeitrag „Unterschied zwischen Osteopath und Chiropraktiker“ durch. In meiner Praxis für Osteopathie in Hamburg liegt der Schwerpunkt ganz auf der osteopathischen Behandlung. Als Ergänzung und um die Therapiemöglichkeiten optimal abstimmen zu können, biete ich zudem auch Chiropraktik sowie das Dry Needling an.